Hackschnitzel Feuchtemessung - Studie TFZ Straubing
12.11.2017 | von Michael Stoll
Das TFZ Straubing führte eine Studie für die "Schnellbestimmung des Wassergehalts von Holzhackschnitzeln" durch. Dieser Blogbeitrag fasst das Ergebnis der getesteten Online Feuchtemessverfahren für den Einbau im Produktionsprozess kurz zusammen.
Umfang der Studie: "Schnellbestimmung des Wassergehalts von Holzhackschnitzeln"
Studie TFZ Straubing: „Schnelle Bestimmung des Wassergehalts von Hackschnitzeln.“ Die Schwankungen des Wassergehalts von Hackschnitzeln stellen eine Herausforderung für Hersteller und Händler von Holzbrennstoffen sowie für Betreiber von Hackschnitzelheizungen dar. Eine präzise und schnelle Bestimmung des Wassergehalts ist an vielen Schnittstellen der Herstellung und des Vertriebs von Brennstoffen entscheidend. Die Standardmethode (am häufigsten verwendet) ist die Bestimmung des Wassergehalts durch Trocknung des Brennstoffs im Trockenschrank (nach DIN EN ISO 18134-2). Diese Methode ist sehr genau, jedoch zeitaufwendig und arbeitsintensiv.
Neu entwickelte gravimetrische und elektrische Messverfahren könnten sinnvolle Alternativen für eine schnelle und genaue Bestimmung des Wassergehalts darstellen. Der TFZ-Bericht konzentriert sich auf die Analyse der Messgenauigkeit der Schnellbestimmung des Wassergehalts von Hackschnitzeln. Getestet wurden sowohl manuell betriebene Messgeräte (für den Feldeinsatz ausgelegt) als auch Inline-Messsysteme, die im kontinuierlichen Materialstrom messen sollen. Die Ergebnisse des Berichts haben zudem die Entwicklung des „ENplus-Zertifizierungsprogramms für Hackschnitzel“ beeinflusst.
Ergebnis: Online-Schnellbestimmung des Wassergehalts von Hackschnitzel
Die Studie ist in zwei Hauptteile aufgegliedert worden. Zum einen werden manuelle Feuchtemessgeräte (Handfeuchtemessgeräte und Laborfeuchtemessgeräte) zur Bestimmung des Wassergehaltes von Hackschnitzeln analysiert. Und zum Anderen wurden Online Feuchtemessungen, sogenannte Prozessfeuchtemessungen oder Inline Feuchtemesssysteme getestet.
Nachfolgend wird das Ergebnis der Kategorie "Online-Schnellbestimmung des Wassergehalts von Hackschnitzeln" kurz zusammengefasst.
Getestete Materialien:
- Energierundholz (Nadelholz)
- Waldrestholz (Nadelholz)
Getestete Feuchtesensoren:
- ACO Automation Components: Feuchtesensor AMMS-0-1-2-0 (Kapazitive Hochfrequenz-Feuchtemessung)
- Schaller GmbH: Feuchtesensor Humimeter BLO (Elektrische Leitfähigkeit)
- Franz Ludwig GmbH: FL-Digi Smart (Mikrowellen Feuchtemessung)
- SWR Engineering Messtechnik GmbH: Feuchtesensor M-Sens 2 (Kapazitive Hochfrequenz-Feuchtemessung)
Versuchsaufbau:
Versuchsaufbau (a) untersuchte Hackschnitelsortimente: Hackschnitzel aus Waldrestholz (Vordergrund) und Energierundholz (Hintergrund), (b) Messkanal befüllt mit Hackschnitzel, (c) Anbringung der Sensoren im Messkanal, (d) geschlossener Messkanal mit Stempel und (e) schematischer Aufbau des Versuchs --> Abbildung 27 aus "Schnellbestimmung des Wassergehalts von Hackschnitzeln" des TFZ Straubing
Bewertung der Online-Feuchtemessverfahren für Holzhackschnitzel:
Aus der Studie des TFZ geht hervor, dass die Genauigkeit der Messgeräte von der zu messenden Wassergehaltsstufe und dem jeweiligen Sortiment abhängt. "Die höchste Messgenauigkeit in der hier dargestellten Studie hatte der Sensor AMMS-0-1-2-0 (Energierundholz) und das humimeter BLO (Waldrestholz)." Das Forschungsteam stellte fest, dass "analog zu den manuellen Messgeräten auch bei den Online-Messverfahren neben einer hohen Anzahl an Messwiederholungen eine gute Kalibrierung ausschlaggebend für einen guten Messwert ist. Eine materialspezifische Kalibrierung ist dabei empfehlenswert." Weiter erarbeitet das Team des TFZ Straubig, dass "bei einer hohen Anzahl an Messungen die Geräte demnach sogar zu Abrechnungszwecken verwendet werden können, vorausgesetzt, die Einzelcharge ist im Materialfluss gut abgrenzbar. Vor allem für die Regelung der Verbrennungsführung am Kessel sollten die Geräte gut geeignet sein."
Ausführlicher Bericht des TFZ Straubing - "Schnellbestimmung des Wassergehalts von Holzhackschnitzeln" von Theresa Mendel, Dr. Daniel Kuptz, Andreas Überreiter und Dr. Hans Hartmann
Die Studie wurde vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) gefördert. Die Mittelvergabe erfolgte über die Fachagentur für Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR).
Wichtige Tipps, Erfahrungen und Anwendungsbeispiele zum Einbau, bzw. der Integration von Materialfeuchtemessungen im Produktionsprozess finden Sie unter Integration einer Feuchtemessung für Biomasse in den Produktionsprozess!