Feuchtemesstechnik in der REA-Gips Produktion

24.04.2017 | von Michael Stoll

Der Einsatz von Feuchtemesstechnik kann bei der Reduzierung der Umweltbelastung von Kohlekraftwerken eine bedeutende Rolle spielen. Im Kohlekraftwerk MPP3 in Rotterdam, Niederlande, wird durch die Reinigung des Rauchgases unter anderem REA-Gips erzeugt. Nach der Rauchgasentschwefelungsanlage des Kraftwerks überwachen und steuern vier Feuchtesensoren die Trocknung des Gipses auf den beiden Vakuumbandtrocknern.

Feuchtemesstechnik in der REA-Gips Produktion

Kohlekraftwerk MPP3 in Rotterdam-Maasvlakte / NL

Das „MPP3“ ist das modernste und größte kohlebefeuerte Kraftwerk seiner Art, mit einer bemerkenswerten elektrischen Bruttoleistung von netto 1070 MW und einem Nettowirkungsgrad von über 46 %. Das „MPP3“ verfolgt das Ziel, die Auswirkungen auf die Umwelt so weit wie möglich zu reduzieren.

Ein wesentlicher Beitrag zu einem umweltfreundlichen Betrieb ist die Optimierung der Rauchgasentschwefelungsanlage. Die Entschwefelung erfolgt mittels einer nassen Rauchgasreinigung, die durch eine Feuchtemessung gesteuert wird. Diese Form der Rauchgasentschwefelung (FGD) ist deutlich effektiver als in herkömmlichen kohlebefeuerten Kraftwerken.

Darüber hinaus kann das „MPP3“ einen Biomasseanteil von bis zu 30 % verbrennen. Selbstverständlich wird auch die Fernwärme von benachbarten Unternehmen genutzt.

Die Entschwefelung basiert auf gebranntem Kalk (CaO), wobei als Endprodukt Gips (Calciumsulfat-Dihydrat) entsteht.

Für die Analyse des erzeugten Gipses steht ein eigenes Labor in der Maasvlakte (Rotterdam) zur Verfügung. Dieses Inhouse-Labor bewertet alle regelmäßig zu entnehmenden Proben, die zur Überwachung des Feuchtegehalts des Gipses erforderlich sind. Der REA-Gips kann nur dann gehandelt und weiterverarbeitet werden, wenn sein Feuchtegehalt bei etwa 10 % liegt. Aus diesem Grund ist eine kontinuierliche Messung und Speicherung des aktuellen Feuchtewerts unverzichtbar.

Um Anbackungen im gesamten Prozess zu vermeiden und optimale Fließeigenschaften in allen nachfolgenden Fördersystemen zu gewährleisten, ist der Einsatz eines Feuchtemesssystems ebenfalls sinnvoll.

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Feuchtemesstechnik in der REA-Gips Produktion

Installation der Feuchtesensoren in der REA-Gips Produktion

Ein sehr wichtiger Aspekt von Feuchtemesssystemen ist die Einbausituation des Sensors. Eine konstante Materialhöhe und Materialdichte sollten gewährleistet sein. Um solche optimalen Prozessbedingungen sicherzustellen, wird vor dem Sensor ein spezieller Abstreifer installiert. Darüber hinaus ist der Sensor auf einem Schlitten montiert. Dies verbessert die Materialoberfläche und reduziert Materialansammlungen vor dem Sensor. Mithilfe eines Handrads lassen sich sowohl die Materialhöhe als auch die Sensorposition schnell und einfach einstellen.

Frühere Erfahrungen haben gezeigt, dass ein einzelner Sensor auf einem 2,4 Meter breiten Förderband für eine präzise Feuchtemessung nicht ausreicht. Aus diesem Grund besteht das Feuchtemesssystem aus zwei Sensoren. Einerseits erhöht dies die Wiederholgenauigkeit, andererseits kann damit die Funktion der Dichtlippe überwacht werden (Sicherheitsfunktion). Ist eine Dichtlippe beschädigt, funktionieren das Vakuum und damit der Trocknungsprozess nicht mehr wie zuvor. In diesem Fall steigt der Feuchtewert an einem der Sensoren deutlich an. Dann muss die Dichtlippe ersetzt werden.

Anwendungsmöglichkeit einer Feuchtemessung für Gips, REA-Gips und Gipsplatten. Montagevorrichtung für einen Vakuumband Filter nach einer Rauchgasentschwefelungsanlage.
Anwendungsmöglichkeit einer Feuchtemessung für Gips, REA-Gips und Gipsplatten. Montagevorrichtung für einen Vakuumband Filter nach einer Rauchgasentschwefelungsanlage.

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