Vom Nährstoffüberschuss zum Exportgut – Wie Feuchtemessung die Gülle-Pelletierung effizienter macht
22.01.2026 | von Martin Stoll
Hohe Viehdichten führen in vielen Regionen zu erheblichen Nährstoffüberschüssen. Die Pelletierung von Gülle gilt als technischer Ansatz, um diese Nährstoffe transportfähig zu machen. Eine zentrale Rolle spielt dabei die präzise Feuchtemessung im Trocknungsprozess.
Die Niederlande, die zu den führenden Agrar-Exportnationen zählen, kämpfen seit Jahrzehnten mit einem hausgemachten Umweltproblem: Eutrophierung durch Gülle-Überschüsse.
Die hohe Viehdichte auf begrenztem Raum führt dazu, dass jährlich weit mehr pflanzenverfügbare Nährstoffe wie Stickstoff (N) und Phosphor (P) anfallen, als die heimischen Böden aufnehmen können.
Das Ergebnis sind Belastungen von Gewässern und Grundwasser, was staatliche Stellen zu strengeren regulatorischen Maßnahmen zwingt.
Eine zentrale technische Lösung liegt in der industriellen Aufbereitung von Gülle zu Pellets, die transportabel und lagerstabil sind.
Die Niederlande exportieren jährlich mehrere hunderttausend Tonnen dieser Düngerpellets und entlasten damit gezielt die nationale Nährstoffbilanz.
Die kritische Rolle der Feuchtemessung im Prozess
Die Trocknung von Gülle zu Pellets ist ein energieintensiver und sensibler Prozess. Bereits wenige Prozentpunkte Feuchte entscheiden über Produktqualität, Energieeffizienz und Betriebssicherheit.
Exportfähigkeit und Volumenreduzierung durch Pelletierung
Im Gegensatz zu flüssiger Gülle lassen sich Pellets einfach per LKW oder Schiff über lange Distanzen transportieren, wodurch der Nährstoffüberschuss im Ursprungsland reduziert wird.
Durch das Trocknen und Pressen wird das Volumen deutlich verringert, was die Transport- und Logistikkosten erheblich senkt.
Energieeffizienz durch kontrollierte Feuchtemessung
Die Trocknung stellt den größten Energieverbraucher innerhalb der Anlage dar.
Ohne eine kontinuierliche Feuchteüberwachung wird häufig mehr Energie eingesetzt als technisch notwendig.
Durch eine kontinuierliche Feuchtemessung kann der Trocknungsprozess gezielt geregelt und stabil betrieben werden.
Prozessstabilität und Pellet-Qualität sichern
Für mechanisch stabile Pellets, die weder zerfallen noch nachträglich aufquellen, liegt die Restfeuchte typischerweise im Bereich von 10–15 %.
Die kapazitive Feuchtemessung von ACO ermöglicht eine kontinuierliche, genaue Bestimmung dieses Wertes in Echtzeit.
Messstellen in der Förderschnecke, am Konditionierer oder direkt nach dem Trockner liefern belastbare Daten für die Automatisierung der Prozesses.
Lagerfähigkeit und Hygiene gewährleisten
Während der Produktion werden die Pellets thermisch behandelt, wodurch Krankheitserreger reduziert oder abgetötet werden. Dies ist in vielen Exportländern eine regulatorische Voraussetzung.
Zu hohe Restfeuchte erhöht das Risiko von Selbsterhitzung und Schimmelbildung im Lager und stellt eine Brand- und Qualitätsgefahr dar.
Ein trockenes und hygienisch stabiles Produkt ist daher in vielen Exportmärkten Voraussetzung für die Vermarktung.
ACO: Robuste Feuchtemessung für industrielle Anwendungen
ACO verfügt über langjährige Erfahrung in der Feuchtemessung organischer Düngematerialien, darunter Geflügelmist, sowie Schweine- und Rindergülle.
Das kapazitive Messprinzip der Systeme DMMS/BMMS ist für Anwendungen mit stark wechselnden und verschmutzten Materialbedingungen ausgelegt.
Die Sensoren lassen sich über Profibus DP, Profinet oder analoge Signale in bestehende SPS-Steuerungen integrieren. Pro System können bis zu 16 Sensoren betrieben werden.
Für explosionsgefährdete Bereiche mit hoher Staubbelastung stehen ATEX-zertifizierte Ausführungen zur Verfügung. Zusätzlich sind Varianten für erhöhte Prozesstemperaturen oder mit erhöhter Korrosionsbeständigkeit erhältlich.
Vertrauen Sie auf bewährte Messtechnik, um die Nährstoffverwertung effizient, sicher und prozessstabil zu gestalten.